Welpen: Gesunde Hunde von einem guten Züchter?! Aufgeweckt, munter, neugierig – so stellen wir uns einen gesunden Welpen vor. Welche wichtige Rolle ein guter Züchter während der ersten 8 Lebenswochen spielt, erfahren Sie in diesem Beitrag. 7 Junior Immunsystem Erziehung, Training & Sport

Gesund und munter?

Beim „gesunden“ Welpen steht meist die körperliche Gesundheit im Vordergrund. In einer gut geführten Zucht sind beide Elterntiere negativ auf rassetypische Erbkrankheiten wie Hüft- und Ellbogendysplasie getestet und werden regelmäßig zur Impfung und Parasitenprophylaxe beim Tierarzt vorgestellt.

Ein „gesunder“ Welpe soll einen feuchten Nasenspiegel, saubere Ohren, ein glattglänzendes Fell und ebensolche Augen haben und natürlich auch nicht von Parasiten befallen sein.

Es empfiehlt sich außerdem eine Erstvorstellung in der Tierarztpraxis, bei der u. a. die Untersuchung des Nabels (möglicher Nabelbruch), der Zähne (persistierende Milchzähne) und der Hoden (möglicher Kryptorchismus) im Vordergrund liegt. Wenn „kranke“ Welpen – vor allem mit beeinträchtigtem Allgemeinbefinden – in der Praxis vorgestellt werden, dann werden sie schnell fachgerecht versorgt.

Sind Sie aber auch seelisch gesund?

Ab und zu wird bei Tipps zum Welpenkauf am Rande erwähnt, dass die Mutterhündin „ruhig und gelassen“ sein sollte, die Welpen hingegen „aufgeweckt, munter und neugierig“. Aber was genau heißt das denn? Wann kann man einen Welpen als „seelisch gesund“ bezeichnen? Und was macht einen guten Züchter aus, der „seelisch gesunde“ Hunde züchtet?

Es gibt keine verbindlichen Zuchtausschlusskriterien für verhaltensauffällige oder gar verhaltenstherapeutisch diagnostizierte Elterntiere. Es gibt keine verbindlichen Aufzuchtkriterien, die dafür Sorge tragen, dass Welpen vom 1. Lebenstag an so gefördert und gefordert werden, dass sie mit 8 Wochen „seelisch gesund“ zu ihrem Besitzer kommen. Wenn dies also gelingt, dann ist es in jedem Einzelfall dem persönlichen Engagement der einzelnen Züchter zu verdanken, die sich entsprechendes Wissen um die Welpenentwicklung der ersten Tage und Wochen individuell angeeignet und dies auch praktisch umgesetzt haben. Dabei ist wissenschaftlich hinlänglich bekannt, was Welpen in den ersten Tagen und Wochen ihrer Entwicklung brauchen.

Die Entwicklung verläuft individuell und rassespezifisch

Wir wissen heute, dass die verschiedenen Perioden der Welpenentwicklung sehr individuell und rassespezifisch verlaufen können. Grundsätzlich schließt sich an die neonatale Phase der inneren Zuwendung (1. – 14. Tag), in der Komfortverhalten und stoffwechselbedingtes Verhalten überwiegen, eine Übergangsphase von ca. 1 Woche an. Die Welpen sitzen, stehen, gehen und unternehmen erste zielgerichtete Bewegungen in Richtung Mutter und Geschwister.

Ab ca. dem 21. Tag beginnt die Phase der Zuwendung zur Außenwelt: Alle Eindrücke, die der Welpe in der belebten (Sozialisation) und unbelebten Umwelt (Habituation) in dieser Zeit erlebt, werden so fest in seiner „Wohlfühlgarnitur“ verankert, dass man von einer prägeähnlichen Phase spricht.

Gut zu wissen

Was macht den seelisch gesunden Welpen aus?

Was tun, wenn dem nicht so ist?

Andernfalls sprechen wir von einem „Deprivationssyndrom“: Ein solcher Welpe ist in einer reizarmen Umgebung aufgewachsen und hat viele Alltagsgeräusche und -situationen nicht kennengelernt bzw. hat sich nicht daran gewöhnen können. Am Ausdrucksverhalten des Welpen sieht man deutlich, dass er allgemein ängstlich-nervös oder auch übermäßig aggressiv ist.

Tipp: Der Welpe sollte schnellstmöglich einem auf Verhaltenstherapie spezialisierten Tierarzt vorgestellt werden. Den nächsten in Ihrer Umgebung finden Sie bei der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie.

Die Prognose ist vorsichtig zu stellen. Zur Vermeidung massiver Verhaltensauffälligkeiten (z. B. Zwangs- und Angststörungen als erwachsener Hund) ist ein früher professioneller Therapiebeginn, u. a. mit Management- und Trainingsmaßnahmen, sehr wichtig.

Kurz und knapp

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