Haut, Darm und Immunsystem – Wie hängen die drei Bereiche zusammen? Eine intakte Hautbarriere und stabile Verdauung sind für ein gut funktionierendes Immunsystem essentiell. Hier erfährst du, wie äußere und innere Schutzmechanismen die Abwehrkräfte von Hunden, Katzen und Pferden stärken. Jetzt informieren! 7

Inhaltsübersicht

Haut und Darm: zwei wichtige Schutzbarrieren

Der Darm hat weit mehr Aufgaben als nur die Verdauung. Seine Schleimhaut bildet eine Barriere zwischen dem Darminhalt und dem Körperinneren. Gleichzeitig leben im Verdauungstrakt unzählige Mikroorganismen, die zusammen das Darmmikrobiom bilden. Sie unterstützen die Verdauung, konkurrieren mit potenziell unerwünschten Keimen und stehen in engem Austausch mit dem Immunsystem. 

Ganz ähnlich funktioniert die Haut. Ihre äußerste Schicht verhindert, dass zu viel Feuchtigkeit verloren geht und erschwert gleichzeitig das Eindringen von Reizstoffen, Allergenen und Krankheitserregern. Auch die Haut besitzt ein eigenes Mikrobiom. Eine intakte Hautbarriere und ein stabiles Hautmikrobiom gehören deshalb zu den natürlichen Schutzmechanismen des Körpers. Bei Hunden mit atopischer Dermatitis z. B. wurden sowohl Veränderungen der Hautbarriere als auch des Hautmikrobioms nachgewiesen. 

Das Fell ergänzt diese Schutzfunktion. Es schützt die darunterliegende Haut unter anderem vor äußeren Einflüssen. Die eigentliche Barriere befindet sich jedoch in der Haut selbst.

Das Darmmikrobiom: ein sensibles Ökosystem

Welche Mikroorganismen den Darm besiedeln, wird unter anderem durch Fütterung, Alter, Umwelt, Erkrankungen und Medikamente beeinflusst. Gerät dieses mikrobielle Ökosystem deutlich aus dem Gleichgewicht, wird von einer Dysbiose gesprochen. Bei Hunden und Katzen werden solche Veränderungen unter anderem im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen des Verdauungstraktes untersucht. 

Die Fütterung hat besonderen Einfluss auf das Darmmilieu. Bestimmte fermentierbare Faserstoffez. B. Inulin oder Pektine, können Darmbakterien als Nahrungsquelle dienen. Dabei entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat. Diese Stoffwechselprodukte stehen wiederum mit Darmzellen, Darmbarriere und Immunsystem in Wechselwirkung. Je nach Tier und Situation können deshalb beispielsweise fermentierbare Fasern sowie ausgewählte Prä-, Pro- oder Postbiotika zur Unterstützung des Darmmilieus eingesetzt werden. Sie wirken allerdings auf unterschiedliche Weise und sind nicht für jedes Tier oder jedes Verdauungsproblem gleichermaßen geeignet.

Warum der Pferdedarm eine besondere Rolle spielt

Ernährung für Haut und Darm: Was ist wichtig?

Eine bedarfsgerechte und ausgewogene Fütterung schafft die Grundlage dafür, dass sowohl Haut als auch Darm ihre normalen Funktionen erfüllen können. 

Für Haut und Fell werden unter anderem ausreichend Proteine beziehungsweise Aminosäuren benötigt. Auch essenzielle Fettsäuren sowie Spurenelemente wie Zink und Kupfer sind am normalen Haut- und Fellstoffwechsel beteiligt. Entscheidend ist dabei immer die Gesamtversorgung. Einzelne Nährstoffe zusätzlich zu geben, obwohl bereits eine ausreichende Versorgung besteht, bringt nicht automatisch einen zusätzlichen Nutzen. 

Für den Darm spielen neben einer gut verträglichen Gesamtration auch Art und Menge der enthaltenen Faserstoffe eine Rolle. Beim Pferd steht eine ausreichende Raufutterversorgung besonders im Mittelpunkt. Bei Hund und Katze können abhängig von der individuellen Situation ausgewählte fermentierbare Fasern oder weitere darmunterstützende Futterbestandteile sinnvoll sein. 

Haut- oder Darmproblem? Darauf solltest du achten

Haut- und Verdauungsveränderungen können viele verschiedene Ursachen haben. Hinweise, die du genauer beobachten solltest, sind beispielsweise: 

  • wiederkehrender oder starker Juckreiz
  • häufiges Lecken, Kratzen oder Scheuern
  • gerötete, schuppige oder nässende Haut
  • kahle Stellen oder auffällige Veränderungen des Fells
  • wiederkehrende Ohrenprobleme
  • häufiger weicher Kot, Durchfall oder Kotwasser (beim Pferd)
  • Blähungen oder andere auffällige Kotveränderungen
  • wiederkehrende Beschwerden im Zusammenhang mit bestimmten Futtermitteln


Solche Symptome beweisen weder eine Allergie noch eine gestörte Darmflora. Gerade wiederkehrende oder starke Beschwerden sollten deshalb tierärztlich abgeklärt werden. Bei Hund und Katze muss beispielsweise bei Verdacht auf eine allergische Hauterkrankung zwischen Reaktionen auf Umweltallergene, Parasiten, Infektionen und Futtermittelreaktionen unterschieden werden. 

Fazit: Haut, Darm und Immunsystem gehören zusammen

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