Futtermittelallergie: Das ist bei der Fütterung zu beachten Ab wann gilt ein Futtermittel als "hypoallergen"? Und was kann ich tun, wenn mein Hund oder meine Katze eine Futtermittelallergie hat? Diesen Fragen gehen wir in diesem Beitrag auf den Grund und geben nützliche Tipps. Gleich informieren! 7 Allergie, Haut & Fell Ernährung Immunsystem Magen & Darm

Inhaltsübersicht

Futtermittelallergie: Falscher Alarm in Haut und Darm

Dabei reagiert das Immunsystem mit einer starken Abwehrreaktion auf einen an sich harmlosen Reiz: Ein Futtermittel, das von den meisten anderen Tieren problemlos vertragen wird, sorgt bei Deinem Vierbeiner für Aufruhr im Körper, der dazu dient, den scheinbar „gefährlichen“ Futterbestandteil so schnell wie möglich aus dem Körper zu entfernen. Die Abwehrreaktion verursacht z. B. Rötung, Schwellung und Juckreiz an der Haut. Oder es treten Magen-Darm-Probleme wie Blähungen, „Rumoren im Bauch“ und Durchfall (seltener: Erbrechen) auf. Die Symptome führen häufig auf direktem Wege in die Tierarztpraxis. Dort findet eine gründliche Aufarbeitung statt, denn Durchfall und Juckreiz können viele Ursachen haben. Eine gründliche Überprüfung des Speisezettels der letzten Tage kann Hinweise darauf liefern, dass das Tier möglicherweise allergisch auf ein bestimmtes Futter reagiert hat.

Wie wird ein Futterbestandteil zum Allergen? 

Das ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Man könnte auch sagen, es hängt von der individuellen Reaktionslage eines Tieres ab, ob sein Immunsystem sich entscheidet, etwas Normales und Alltägliches wie das gewohnte Futter plötzlich „persönlich zu nehmen“. Die Entstehung einer Allergie wird auch als Sensibilisierung bezeichnet. Oft geht ihr ein Zustand voraus, in dem das Immunsystem in Alarm versetzt wurde. Das kann eine Infektion sein, die die körpereigene Abwehr stark aktiviert oder bereits geschwächt hat oder eine höhere Durchlässigkeit der äußeren und inneren Grenzen des Körpers (z. B. Haut, Darmwand) für Fremdstoffe. Es ist die besondere Reaktionslage des Immunsystems, die dazu führt, dass ein eigentlich harmloser Futterbestandteil (meist das Futterprotein, z. B. Huhn) als gefährlich eingestuft und der Kontakt mit ihm mit einer „übertriebenen“ Abwehrreaktion beantwortet wird. Gleichzeitig bildet das Immunsystem bei dieser vermeintlichen Gefahr Gedächtniszellen, so dass beim nächsten Kontakt mit dem „verdächtigen“ Futterbestandteil die Reaktion noch schneller und stärker erfolgt. So wird z. B. Hühnerprotein für das betroffene Tier zu einem Allergen. 

Vom Verdacht zur Gewissheit

Um die Diagnose Futtermittelallergie zu sichern, gilt eine Ausschlussdiät nach wie vor als Goldstandard. Blutuntersuchungen liefern zwar viele, aber auch unzuverlässige Ergebnisse. Allein der Verzicht auf das verdächtige Futtermittel führt zuverlässig zum Verschwinden der Symptome, sollte man mit der Vermutung, was es sein könnte, richtig gelegen haben. Meistens ist es eine Eiweißquelle im Futter, die für die Allergie verantwortlich ist. Vermeidung des Futter-Allergens führt zu Symptomfreiheit. Beweisend für die Futterallergie ist jedoch erst das Gegenteil: der sogenannte Provokationstest. Hierbei erfolgt eine einmalige, kontrollierte Gabe des verdächtigen Futtermittels. Beginnt das Tier erneut, sich zu kratzen, ist die Diagnose gesichert. Fortan heißt es: Bei der Ernährung einen großen Bogen um den allergieauslösenden Futterbestandteil machen. Etiketten von Fertigfuttermittel, Snacks und Ergänzern sollten genau unter die Lupe genommen werden. So vermeidet man böse Überraschungen durch Rückfälle.   

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt 

Eine Futtermittelallergie kann normalerweise nicht vollständig geheilt werden, denn für das Immunsystem gilt „gelernt ist gelernt“: Wurde z. B. Huhn einmal als gefährlich eingestuft, wird es bei jeder Mahlzeit mit Hühnchen wieder Probleme geben. Nur in ganz seltenen Fällen kann es vorkommen, dass eine Allergie auch wieder verschwindet (und das Immunsystem den Auslöser offenbar wieder „vergisst“ bzw. eine Toleranz gegen ihn entwickelt). Darauf sollte man jedoch keine allzu großen Hoffnungen setzen. Besser ist es, für die Allergenvermeidung eine gute Routine bei der Futterauswahl und Fütterungspraxis zu entwickeln. 

Was heißt denn „hypoallergen“?

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