„Gute Besserung!“ – Mit dem richtigen Futter die Genesung optimal unterstützen Wenn der eigene Hund oder die eigene Katze eine OP oder eine schwere Erkrankung überstanden hat, möchte man alles tun, um die schnelle Erholung zu unterstützen. Hierbei spielt die Fütterung eine entscheidende Rolle. 10 Ernährung Gewicht

Die Fütterung im Blick behalten!

Die Fütterung schwerkranker Hunde und Katzen verdient hohe Aufmerksamkeit, denn eine Mangelernährung kann sich in mehrfacher Hinsicht ungünstig auf die Heilung auswirken:

  • Die Immunabwehr wird geschwächt und die Anfälligkeit für Infektionen steigt
  • Die Wundheilung ist verzögert und die Tiere erholen sich langsamer
  • Die Darmbarriere ist geschwächt, ggf. können Bakterien aus dem Darm sich im Körper ausbreiten

Mangelernährung – Nicht leicht zu erkennen

Mangelernährung bedeutet nicht automatisch, dass der Hund oder die Katze abgemagert sein muss. Bereits eine kurze, vollständige Nahrungsverweigerung von wenigen Tagen kann zu einer schwerwiegenden Unterversorgung mit Protein und Energie führen. Die weiter oben beschriebenen negativen Folgen können bereits eintreten, bevor ein maßgeblicher Gewichtsverlust bei den Patienten zu beobachten ist.

Achtung!

Welches Futter ist geeignet?

Auch wenn schwerkranke Katzen und Hunde zunächst nicht spontan fressen wollen: Das „Päppelfutter“ sollte hochschmackhaft sein, um sie so schnell wie möglich wieder zur selbständigen Futteraufnahme anzuregen. Hunde und Katzen entscheiden, ob und welches Futter sie aufnehmen, vor allem mit der Nase. Ein (für das Tier) appetitlicher Geruch unterstützt die Futteraufnahme daher sehr gut. Das Anwärmen der Nahrung führt zu einer intensiveren Geruchsentwicklung. Das Futter sollte jedoch nicht zu stark erhitzt werden, sondern behutsam und nur etwa auf Körpertemperatur erwärmt werden.

Wichtig ist außerdem, dass die Nahrung Energie und Nährstoffe in konzentrierter und hochverdaulicher Form enthält, damit das Volumen der einzelnen Mahlzeit klein gehalten werden kann. Dies verbessert die Verträglichkeit. Große Futtermengen auf einmal sind zwar gut gemeint, „damit alles schnell wieder gut wird.“. Sie können jedoch beim Tier – insbesondere nach einer Hungerphase – Erbrechen oder Durchfall auslösen.

Proteine: wichtige Baustoffe des Körpers

Die Proteinzufuhr und -qualität sollte hoch sein, denn Hunde und Katzen in der Erholungs- und Heilungsphase haben einen erhöhten Bedarf: Zum Beispiel benötigen sie Protein für den Ersatz von Körpergewebe, die Wundheilung oder zur Ausbildung einer wirksamen Immunantwort, denn auch die Antikörper (Schutzstoffe des Körpers) sind Proteine.

Ausnahme: Bei Erkrankungen von Leber oder Nieren ist die Proteinzufuhr zu begrenzen. Hier sollte genau mit den dem Tierarzt/der Tierärztin besprochen werden, wie viel Protein der tierische Patient erhalten darf. Die Eiweißzufuhr sollte aber auch hier nicht zu niedrig gewählt werden, um einem Muskelabbau entgegenzuwirken (Leitsatz: Bedarf decken, Überschuss vermeiden). In jedem Fall sollte die Protein-Qualität besonders hoch sein. Bei Katzen, die nicht fressen, ist die Zufuhr der Aminosäuren Taurin und Arginin sehr wichtig! Taurin ist für die Katze ein essenzieller Nährstoff und notwendig für die Herzmuskelfunktion. Arginin erfüllt eine zentrale Aufgabe im Harnstoffzyklus und hilft dort bei der unschädlichen Entfernung des Protein-Stickstoffs aus dem Körper über die Nieren.

Hinweis:

Energie: Wie viel braucht´s?

Futter für die Erholungsphase sollte grundsätzlich energiereich sein. Das heißt aber nicht, dass jedes schwerkranke Tier einen erhöhten Energiebedarf hat. Dies kann zwar bei „zehrenden“ Erkrankungen mit erhöhter Stoffwechselaktivität der Fall sein. Genauso gut kann der Energiebedarf aber auch unter das Niveau des Erhaltungsbedarfs sinken, wenn das Tier z. B. nur zugedeckt in einem kuscheligen Körbchen liegt und sich nicht bewegen mag. Dann werden nämlich kaum Kalorien für Thermoregulation und spontane Bewegungen verbraucht. Trotzdem ist es sinnvoll, ein Futter mit hohem Energiegehalt zu wählen, da hier mit einer geringeren Futtermenge schon viel erreicht werden kann. Kleine Mahlzeiten werden besser vertragen und sind schneller und schonender zu verabreichen, so dass vor allem geschwächte Tiere schnell wieder „ihre Ruhe haben können“.

Tipp:

…und auch dann darf gepäppelt werden:

Fazit:

Unsere empfehlung

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