Diagnose Cushing – Was nun?! Das Equine Cushing Syndrom (ECS) ist die am weitesten verbreitete Hormonstörung bei Pferden. Sie betrifft vor allem ältere Vierbeiner und zeichnet sich u. a. durch lockiges Fell aus. Wie Sie Ihren Liebling unterstützen können, erfahren Sie hier! 8 Stoffwechsel Senior Muskeln

Was ist das Equine Cushing Syndrom?

Beim Equinen Cushing Syndrom (ECS) handelt es sich um die am häufigsten auftretende Hormonstörung bei Pferden. Durch eine Überproduktion des Stress-Vorläuferhormons ACTH in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Hierdurch gerät der Insulin- und Blutzuckerspiegel ins Ungleichgewicht - ähnlich wie bei einem Diabetiker. Betroffene Pferde weisen einen Mangel des Botenstoffs Dopamin auf, welcher normalerweise für die Drosselung der ACTH-Produktion zuständig ist. Im Zuge der gestörten Regulationsmechanismen kommt es zu einer Entgleisung des Stoffwechsels, die sich z. B. durch Probleme beim Fellwechsel oder ein verändertes Erscheinungsbild äußert. Typisch ist insbesondere das zottelige, lockige Fell.

Von Cushing sind vor allem ältere Pferde und Ponys betroffen. Studien haben ergeben, dass etwa jedes fünfte Pferd über 15 Jahren hieran erkrankt. Aber auch jüngere Tiere können ECS aufweisen. Auch wenn Cushing nicht heilbar ist und einen chronischen Verlauf nimmt, kann dem Pferd dennoch ein langes Leben ermöglicht werden. Wichtig ist, dass die Krankheit frühzeitig erkannt wird, ansonsten drohen schwerwiegendere Folgesymptome wie Hufrehe oder Infektionen.

Welche Ursachen gibt es?

Von Cushing sind häufig leichtfuttrige Robustpferderassen und Ponys (z. B. Norweger, Isländer, Shetlandpony) sowie Pferde, die wenig gearbeitet werden, betroffen. Deshalb zählt ECS, ebenso wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS) oder Diabetes mellitus, zu den sog. Wohlstandskrankheiten. Es entwickelt sich schleichend und bleibt oft für lange Zeit unentdeckt. Bei älteren Pferden wird das sich verändernde Erscheinungsbild (wie z. B. lange Haare durch Fellwechselprobleme oder ein Senkrücken) daher gerne zunächst auf „normale“ Alterungsprozesse zurückgeführt. Eine zu energie- und zuckerreiche Fütterung kann mitverantwortlich für die Entstehung von Cushing sein, genauso wie (haltungsbedingter) Bewegungsmangel, Stress und Überforderung. Die genaue Ursache für Cushing ist bis heute jedoch noch nicht geklärt.

Welche Symptome sind zu beobachten?

Pferde, bei denen Cushing diagnostiziert wird, können eine ganze Reihe von Symptomen aufweisen. Hierzu zählen:

  • Gestörter Fellwechsel: sehr langes und zotteliges, lockiges Fell – auch im Sommer
  • Trägheit und Erschöpfung
  • Leistungsabfall
  • Muskelabbau, insb. am Rücken (Senkrücken)
  • Hufrehe und Hufgeschwüre
  • Schwitzen ohne Anstrengung
  • Großer Durst und vermehrter Harnabsatz
  • Diabetes
  • Gestörte Fettverteilung, z. B. über den Augen
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Schlechte Wundheilung
  • Verringerte Fruchtbarkeit

Manche dieser Symptome lassen vermuten, dass das Tier unter einer anderen Krankheit leidet, z. B. EMS. Eine Blutuntersuchung kann hier Klarheit verschaffen. Die Probe wird auf das ACTH-Hormon der Hirnanhangsdrüse untersucht. Sollte dieser Wert – vor allem im Herbst – deutlich erhöht sein, kann dies für einen Cushing-Patienten sprechen.

Was kann ich für mein Pferd tun?

Cushing wird durch Übergewicht begünstigt. Es ist daher gerade bei leichtfuttrigen Rassen wichtig, für ausreichende Bewegung mit regelmäßigen Trainingseinheiten sowie eine angepasste Fütterung und Haltung zu sorgen. Übermäßiger Weidegang mit sattem, fruktanhaltigem Gras ist hier fehl am Platz. Eher empfiehlt sich eine “Rehe-Diät”, also energiearme Fütterung mit hohem Rohfaseranteil. Nährstoffdefizite können über eine bedarfsgerechte Ergänzung mit Vitaminen und Mineralstoffen ausgeglichen werden.

Hier empfehlen wir Ihnen unser Tierarzt24 EquiVitex: Es enthält neben vielen Kräutern, Vitaminen und Spurenelementen auch Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), welches traditionell zur Regulierung des Hormonhaushaltes eingesetzt wird – z. B. auch beim Equinen Cushing Syndrom (ECS). So unterstützen diese Pellets Ihr Pferd bei der Regulation von Stoffwechsel und Hormonhaushalt.

Neben den unterstützenden Maßnahmen ist in den meisten Fällen jedoch zusätzlich eine medikamentöse Therapie notwendig. Hierfür stehen mit dem Wirkstoff Pergolid in Deutschland zwei für Pferde zugelassene Tierarzneimittel zur Verfügung.

Sprechen Sie bei ersten Verdachtsmomenten unbedingt mit Ihrem Tierarzt und veranlassen Sie wenn nötig entsprechende (Blut-)Untersuchungen. Eine individuelle Therapiemaßnahme sowie regelmäßige Kontrollen werden dazu beitragen, dass es Ihrem Liebling bald wieder bessergeht.

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